Gebete auslegen

Foto: Gunther Seibold

Viele Menschen, die eine geöffnete Kirche besuchen, haben lange Zeit nicht (mehr) gebetet. Sie stehen vielleicht vor einem Kreuz oder zünden eine Kerze an und finden keine Worte, um mit Gott zu reden. Für solche Fälle ist es eine gute Hilfe, Karten oder Faltblätter mit Gebeten an genannten Stellen auszulegen. Die Gebetstexte können auch besonders gestaltet sein (z. B. auf buntem Karton oder Papier), so dass sie gern mitgenommen werden. Die Gebete können sehr unterschiedlich sein: Von einem kurzen Stoßseufzer, wie „Herr, hilf mir“ über längere Gebete oder eine kleine Gebetssammlung zum Mitnehmen.

 

Angekommen
Fremd und vertraut ist mir dein Haus.

Diese Ruhe hier bin ich kaum noch gewohnt,
sie tut gut und kann doch Angst machen.
Nur du und ich – das ist schon lange her.
Du hörst auf mein Herz,
meine unsagbaren Worte.
Du siehst mein Leben, wie es ist:
Gelungenes mischt sich mit Missratenem.
Öffne mich für deine heilsame Stille,
dein lebensschaffendes Wort.


Begegnung mit Gott

Gott, ich suche dich.
Ich warte auf dich.
Diese Kirche nimmt mich hinein in die Gemeinschaft
des Glaubens an dich.
Viele haben hier gefeiert und gerufen:
„Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses
und den Ort, da deine Ehre wohnt!“ (Psalm 26,8).
Heute bin ich da mit meinem Dank
und mit meinen Bitten.
Höre mich!
Lass mich im Zeichen des Kreuzes
Jesu Christi deine Liebe spüren,
in der Ruhe deinen Frieden
und im Gebet deine Kraft.